HANDWERKS-TREND Remote Working

Remote Working steht für mobiles, flexibles und ortsungebundenes Arbeiten.

Die Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen der ersten Corona-Welle haben das Arbeitsmodell populär gemacht. 77 Prozent der Handwerksbetriebe waren von der Krise betroffen, so die Umfrage des ZDH im März 2020. Um die Organisation des Betriebes aufrechtzuerhalten, war es notwendiger denn je, sich digital aufzustellen.

Die Einrichtung einer cloudbasierten Kollaborationsplattform wurde genauso wichtig, wie der sichere Zugriff auf das Firmennetzwerk. Arbeit wurde online oder per Mobiltelefon organisiert, um die Anwesenheit der Beschäftigten in der Firma zu minimieren oder ganz zu verhindern. Die Kundenbetreuung, das Personalmanagement sowie die Projektplanung und Verwaltung wurde in die Homeoffices der Mitarbeiter verlegt.

Die Bedeutung der beruflichen Nutzung des Smartphones für alle Mitarbeiter wurde zentral, denn auch die mobilen Projektteams wurden zuhause oder unterwegs mit ihren Aufgaben vertraut gemacht und gemanagt. Video-Konferenzen mit Kunden und Mitarbeitern wurden populär (s. Trend "Video-Konferenzen"). 

Im Remote Working findet Berufliches im privaten Umfeld statt, das schafft mehr Handlungsspielräume und Eigenverantwortung für die Mitarbeiter. Selbstbestimmt zu entscheiden und Prioritäten zu setzen, fällt nicht immer leicht und muss gelernt werden. Die Einrichtung eines Arbeitsplatzes in der eigenen Wohnung und die Trennung von Arbeit und Familie wird zum engagierten Selbstversuch. Man muss nicht permanent erreichbar sein, aber klar kommunizieren, wann man arbeitet und wann man Freizeit nimmt.

Für ältere Mitarbeiter mit weniger digitalem Know-how gibt es im Remote Working nichts Unangenehmeres, als ständig nachfragen zu müssen. Entsprechend werden viele, aus falschem Schamgefühl vermeiden, in offiziellen Kanälen nachzufragen. Durch die Zuweisung einer Teamkollegin oder eines Teamkollegen, kann man solche Informationslücken umgehen (s. Trend "On-Demand-Learning").

Die digitale Infrastruktur und Ausrüstung der Mitarbeiter ist die Voraussetzung für ein reibungsloses Remote Working. Wichtig ist, dass ein Kanal, wie z.B. der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp, für Firmenkommunikation festgelegt wird und sich nicht verschiedene Teams oder Personen auf unterschiedlichen Plattformen vernetzen.

Alles was zwischen den Mitarbeiterteams an informellem Austausch stattfindet, sollte in Gruppen-Chats oder unter einem separaten Kanal ausgelagert werden. Für Führungskräfte ist es entscheidend, Kontakt zu halten. Dieses darf aber nicht für die Mitarbeitern wie eine Kontrolle aussehen. Fragen nach der häuslichen Situation und der funktionierenden Technik baut Vertrauen auf.

Sie müssen den Mitarbeitern vermitteln, wie wichtig sie für das Unternehmen sind, auch wenn man sich nicht persönlich begegnen kann. Im Remote Working gewinnt das gemeinsame Engagement und die Haltung eines Unternehmens enorm an Bedeutung.

CLUSTER: NETWORKING - MITARBEITER

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