HANDWERKS-TREND Digital Ethics

Digital Ethics definiert Vertrauen und Akzeptanz im Internet als zentrale Erfolgsfaktoren. Der Wunsch nach einer gesicherten Privatsphäre in der virtuellen Welt hat in Europa einen gesetzlichen Rahmen bekommen. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen und Staat.

Anders als man vielleicht vermuten könnte, zählen Handwerksbetriebe auch zu den datenverarbeitenden Unternehmen. Alle Personen und Kunden müssen bei Prozessen zustimmen, in denen ihre Daten erfasst, bearbeitet, gespeichert oder gelöscht werden. Außerdem müssen alle Vorgänge dokumentiert werden. 

Viele neue werbliche Kommunikationsvarianten sind im virtuellen Raum entstanden. Auch das Handwerk profitiert davon. Angebote, Dienstleistungen oder das Mitarbeitermanagement können schnell und individuell über die Datenerfassung organisiert werden.

Aber nicht alles, was technologisch machbar ist, wird von den Kunden und Mitarbeitern akzeptiert. Big Data, Machine-Learning und Künstliche Intelligenz ermöglichen datenbasierte Geschäftsmodelle, die jeden Nutzer im seinem Verhalten beobachten und analysieren können. Diesen Möglichkeiten sind jetzt durch die DSGVO Grenzen gesetzt.

Was die Umsetzung der DSGVO im Betrieb angeht, haben viele Handwerksunternehmen noch Nachholbedarf. Bei Nichtumsetzung kann der Gesetzgeber Strafen in Höhe von zwei bis vier Prozent des jährlichen Umsatzes verhängen, und es können materielle und immaterielle Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und DSGVO: Es gibt vom ZDH für Handwerksunternehmer einen praktischen Leitfaden zum neuen Datenschutzrecht.

Digitaler Wandel muss die Gesellschaft mitnehmen. Technik wird unsere Zukunft maßgeblich bestimmen. Blockchain könnte den Alltag in den kommenden Jahren ebenso massiv revolutionieren wie das Smartphone im Jahr 2007. Konzerne wie Google, IBM, Intel, Toshiba, Microsoft und andere investieren in großem Stil in Quantenrechner, die neuen Supercomputer.

Künstliche Intelligenz und Roboter werden womöglich bald mehr Arbeit verrichten als Menschen. IBM-Manager Bob Lord ist der Ansicht: "Wer sich mit der Technologie KI auseinandersetzt, der wird sie beherrschen, nicht umgekehrt." Dafür braucht es auch neue ethische Leitlinien. SAP hat bereits einen externen Beirat für den ethischen Umgang mit KI ins Leben gerufen.

CLUSTER: ENGAEMENT - SOZIALES

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