HANDWERKS-TREND Cost Cutting

Finanzen prüfen, Kosten reduzieren, Liquidität sichern und die Prozesse optimieren, das sind die vordringlichen Maßnahmen in einer wirtschaftlichen Krisensituation.

In den ersten Monaten der Corona-Pandemie erlitten die Unternehmen des persönlichen Dienstleistungsgewerbes Umsatzrückgänge von 96 Prozent. Betriebe des Bauhauptgewerbes waren mit 61 Prozent betroffen. Zu diesen dramatischen Ergebnissen kam der Zentralverband des Deutschen Handwerks in einer Umfrage im März 2020.

Seitdem werden auf der Homepage des ZDH unter der Rubrik "Corona: FAQ für Handwerksbetriebe" aktuelle Antworten auf Fragen zur wirtschaftlichen Absicherung der Handwerksbetriebe veröffentlicht. Von "Direktzuschüssen von Bund und Ländern" bis "Kann ich Sozialversicherungsbeiträge stunden lassen?" werden Tipps gegeben.

Auch die Sparkassen und Banken haben reagiert und auf ihren Homepages Informationen zusammengestellt, die ein Corona-Krisenmanagement für Unternehmen erleichtern.

Für Unternehmer gilt es

  • die Höhe der regelmäßigen Kosten zu bemessen, um eine ehrliche Finanzlage analysieren zu können
  • den Dialog mit Lieferanten, Kunden und Vermietern zu suchen
  • die Anpassung oder Stundung von Steuervorauszahlungen beim Finanzamt zu beantragen
  • mit den Finanzinstituten über Liquiditätsprobleme zu sprechen und gegebenenfalls Kredite abzuschließen
  • Hilfsprogramme der Bundesländer in Anspruch zu nehmen
  • die Förderung von Homeoffice-Arbeitsplätzen durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zu prüfen
  • die Personalplanung anzupassen
  • Kurzarbeitergeld zu beantragen, um Mitarbeiter in Krisenzeiten halten zu können
  • und schließlich das Gespräch mit den Mitarbeitern möglichst frühzeitig zu führen, um über die individuellen Folgen von Kurzarbeit sprechen zu können.

Die Krise macht es nicht nur sinnvoll, die Kosten zu minimieren, sondern auch die Organisation der Arbeit zu überdenken. Bei diesen Überlegungen gilt es, das langfristige Ziel des Unternehmens nicht aus den Augen zu verlieren.

Zwei Drittel (66%) der Handwerksbetriebe sehen in der Digitalisierung des Unternehmens eine Chance und setzen auf das digitale Büro, so die Umfrage von ZDH und Bitcom im März 2020. Zwar haben 97% der befragten Betriebe eine eigene Homepage, aber nur 3 von 10 (30%) der Betriebe sind in sozialen Netzwerken aktiv. Die Nutzung digitaler Prozesse optimiert Flexibilität und Wirtschaftlichkeit des Betriebes (s. Trends "Video-Konferenzen", "Remote Working" und "Remote Support").

Es lohnt sich auch, den Beschaffungsprozess neu zu strukturieren und über digitale Plattformen einzukaufen, um Kosten einzusparen. Beschaffungsplattformen ersparen nicht nur den Gang zum Baumarkt und schonen Zeit und Ressourcen, sie bieten neben Beratung und Service auch die Möglichkeit, die Zahl der Kreditoren zu reduzieren. Für die Buchhaltung ist das eine klare Entlastung.

Für die digitale Transformation des Betriebes gibt es staatliche Förderkredite der KfW. Handwerksunternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern haben die Chance auf die go-digital Förderung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Gefördert wird die Erschließung neuer Märkte und Kunden durch die Nutzung digitaler Medien und Strategien, die Digitalisierung von Geschäftsprozessen sowie die Sicherheit der hierzu erforderlichen IT-Systeme und -Infrastrukturen.

Nicht zuletzt lohnt es sich, agiles Arbeiten möglich zu machen (s. Trend "Agile Teams" und "Remote Support"). Eine Arbeitsweise, die Unternehmen und auch Teams dazu befähigt, sich schnellen Veränderungen anzupassen, kurzfristig zu reagieren und somit erfolgreich zu arbeiten. Cost Cutting ist die ökonomische Antwort auf die Corona-Krise.

CLUSTER: NETWORKING - BETRIEB

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