HANDWERKS-TREND Anti-Rassismus

Der Anti-Rassismus-Trend steht für Respekt und Solidarität mit allen People of Color. Hass und rassistisch motivierte Straftaten haben in den letzten Jahren auch in Deutschland zugenommen. Rassismus wird wieder öffentlich ausgelebt, nicht nur in den USA.

"Es reicht nicht aus, 'kein Rassist' zu sein. Wir müssen Antirassisten sein!" So der Appell von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Juni 2020 anlässlich der Proteste "Black Lives Matter".

Rassismus ist mehr als Ressentiment und Gewalt, es geht darum, den anderen Menschen zu entwürdigen, ihm Möglichkeiten und Privilegien zu nehmen. Sich selber größer zu machen und dabei andere Menschen klein zu halten.

Das ist Anlass genug, sich auch im Handwerk mit dem Anti-Rassismus-Trend zu beschäftigen. Äußert sich ein Mitarbeiter mit rassistischen Kommentaren während der Arbeitszeit oder postet sie in der Freizeit auf sozialen Netzwerken, kann das auch zum Problem des Arbeitgebers werden.

Rassistische Äußerungen verstoßen gegen den Arbeitsvertrag. Durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) werden dem Arbeitgeber sowohl Unterlassungs- als auch konkrete Handlungspflichten auferlegt. Seine Möglichkeiten reichen von einer Abmahnung bis zur verhaltensbedingten Kündigung.

Das Gesetz hat auch einen präventiven Charakter, das bedeutet, das der Arbeitgeber nicht abwarten kann, ob Benachteiligungen eintreten, um dann gegebenenfalls mit Sanktionen zu reagieren.

Es kommt leider auch vor, dass Kunden die Mitarbeiter eines Handwerksunternehmens rassistisch beschimpfen. Nach dem Motto "Ich will keine Asylanten in meiner Wohnung haben!" Hier ist es wichtig, eine klare Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit und Hass zu zeigen.

Es ist sinnvoll, über solche beschämenden Vorfälle in den sozialen Medien zu berichten und sie nicht kommentarlos zu übergehen. Hautfarbe, Geschlecht und Weltanschauung sind nicht verhandelbar.

Benachteiligungen für Menschen mit anderer Hautfarbe gibt es häufig schon in der Schule, aber auch in der Ausbildung wie auf dem Arbeitsmarkt. Wenige äußerliche Merkmale reichen schon aus, um ausgegrenzt zu werden. Böse Blicke, blöde Bemerkungen oder ein dummer Witz, es sind die täglichen kleinen Demütigungen, die zeigen "Du bist anders und gehörst nicht zu uns".

Es geht um Intoleranz und Diskriminierung, die Mitarbeiter aber auch Kunden erleben. Es gilt, diese Themen nicht zu verschweigen oder an den Rand zu schieben. Anti-Rassismus muss gelernt, geübt und vor allem gelebt werden.

CLUSTER: ENGAGEMENT - SOZIALES & UMWELT

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